Selbstbewusstsein – der/die eine „hats einfach“ und der/die andere halt nicht“?

Monika Steininger-Hoppe

Veröffentlicht am: 4. März 20263,2 Minuten Lesezeit

Warum wirken manche Menschen so selbstverständlich sicher?

Wir kennen das alle: Souveräne Menschen, die einen Raum betreten und ihn von sich heraus anstrahlen. Sie treten ein und in den ersten Sekunden bekommt man einen Eindruck – ganz unwillkürlich und intuitiv – der- oder diejenige wirkt selbstbewusst und so ganz und gar nicht verunsichert. Da fragen wir uns vielleicht, wenn wir das Ganze analytisch betrachten: „Wie geht das?“

Wovon hängt Selbstsicherheit ab?

Natürlich erleben wir alle Situationen, in denen wir uns selbstsicherer fühlen und auch solche, in denen das nicht der Fall ist. Das kann mit unterschiedlichen Faktoren zu tun haben, z.B.:

  • der spezifischen Situation („Oh jeh, Prüfungen waren schon immer schwer für mich“),
  • dem Thema, um das es geht („Von xy verstehen eh‘ alle anderen mehr als ich“),
  • der Räumlichkeit („In so einem schulzimmer-artigen Raum habe ich mich schon immer klein gefühlt“)
  • mit den Personen („Der/die x findet mich bestimmt doof – er/sie grüßt bei der Kaffeemaschine immer nur so knapp“) oder vielleicht auch ganz einfach
  • mit der jeweiligen Tagesform („die Nacht war ein Graus, ich fühle mich wie gerädert“).

Und naturgemäß sind und Situationen, in denen wir uns buchstäblich selbst-sicher fühlen, wesentlich angenehmer als solche, wenn wir uns nicht in unserer Kraft fühlen.

Gibt es Wege zu mehr Selbstsicherheit?

Was also, wenn es ein paar Tricks und Kniffe gäbe, um uns von dem weniger erfreulichen (=weniger selbstsicheren) Zustand in einen mit mehr Selbstsicherheit zu befördern?

Solche Tricks gibt es, denn Selbstbewusstsein ist kein fixes Persönlichkeitsmerkmal, sondern ein Prozess, der lern- und veränderbar ist.

Hier einige Vorschläge aus hypnosystemischer Sicht:

Perspektivwechsel: Erleben wird erzeugt

Ein Pfeiler hypnosystemischen Denkens besagt, dass es nicht die eine Realität, ein Erleben gibt, sondern wir diese immer wieder (gemäß der Grundannahme des Konstruktivismus) selbst erzeugen. Und dies wird geprägt von einem Muster aus eigenen inneren Bildern, Körperreaktionen und eigenen Bedeutungsgebungen. Daraus ergibt sich schon die erste Möglichkeit eines Perspektivwechsels: „Mit mir ist nichts falsch – ich erzeuge gerade ein bestimmtes Erlebensnmuster!“

Aufmerksamkeit als Hebel

Ein Hebel für mehr Selbstvertrauen ist auch die bewußte Umfokussierung von Aufmerksamkeit (denn, s.o.: Aufmerksamkeit erzeugt Erleben!). Statt sich also innerlich zu fragen „Wie komme ich wohl gerade rüber, wahrscheinlich schlecht, denn X schaut schon wieder so kritisch!“, kann ich mir bewusst überlegen: „Was ist mir hier gerade wichtig?“

Positive Bilder aktivieren

Ein weiterer Hebel liegt in der gezielten Aktivierung positiver Bilder, das heißt also, dass ich mich gezielt an Situationen erinnere, die mir gut gelungen sind, in denen ich mich verbunden, kompetent und sicher gefühlt habe (und wir alle haben diese!). D.h. ich versuche mich mit allen Sinnen, daran zu erinnern und mental zu reaktivieren, wie das Gefühl damals war.

Körperhaltung und inneres Erleben

Verstärken kann ich dies mit dem dritten Hebel: ich versuche zu reaktivieren, wie mein Körperempfinden damals war. Sogar, weiter noch, dadurch dass ich meinen Körper gezielt bzgl. Haltung, Atmung, Blickkontakt so modelliere, dass er damit in „selbsbewußter Position“ ist, verschaffe ich mir die  Möglichkeit, ein entpsrechendes inneres Erleben zu erzeugen. Das ist dann etwas anderes als der manchmal gut gemeinte Rat, man solle einfach „positiv denken“. Denn bloßes positives Denken ist theoretisch, die bewusste Erinnerung und das körperliche Nachstellen aktiviert tatsächlich Ressourcen.

Eine Referenz auf einen Comic aus den Peanuts, das kurz und knapp diesen Zusammenhang zwischen Körperlichkeit einerseits und Stimmung und Erleben anderseits humorvoll skizziert:

Autorin: Monika Steininger, Senior Beraterin

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